Es gibt kein Draußen

Von Leonard Sezgin-Just

Sie sagen Gott ist nicht
Und verstehen nicht wovon ich rede
Und wundern sich im Stillen,
Wie ich in einem morschen Hause wohnen kann.
Ist es nicht eine Ruine?
Mit „Bet!“ und „Fast!“ und „Gott ist groß!“,
Im Ton der Väter der Semiten,
Deren Bärte schütter sind.
Doch wer nie in diesem Haus gelebt,
Und wohnt in unbehausten Weiten,
Kann nicht verstehen, dass für mich
Das Haus die Welt ist.
Es gibt kein Draußen.
Nicht im Haus sein hieße nicht sein,
Meine Wände heißen Norden, Süden,
Osten, Westen: Richtungen der Wirklichkeit.
Wo nichts wirklicher als Gott,
Ist die Wohnstatt in seinem Haus
Das allerwahrste Sein.
Und ging ich raus hörte ich auf.