Im Windeshaschen

Von Tarek Sourani

Wir schliefen in den Hochhäusern von Dubai,
kauften in den Souqs beim alten Damaskustor in Jerusalem,
man ließ uns warten am Checkpoint nach Bethlehem,
wir bekamen Fieber in der antiken Ruinenstadt Palmyras,
wir träumten zwischen Cascais und Lissabon,
lächelten am Fischerhafens Kyrenias,
beteten bei Prophetengräbern am Ufer des östlichen Mittelmeers,
tranken Kaffee neben den farbenfrohen Häuserzeilen Boo-Kaaps,
schliefen auf weichem Teppich in Sarajevo,
wir gingen auf abwegigen Straßen durch Westminster
und beteten in unzähligen Hinterhofmoscheen
und überall beugten sich Einzelne vor den Türmen Gottes.

Ich betrete, die Tür aufstoßend, die Erinnerungen.
Draußen, im Manuskript der Nacht bekunden Sterne die Weite.
Treppen, die hinausführten, über alles hinaus.
Regende Erinnerungen, die die Schwermut nicht zu greifen bekommt,
da wir reisen, Ekstase des Unterwegs-sein.

Ich trinke ein Glas Wasser.
Ich trete an das Fenster.
An mein eigenes Fenster zur Welt:
Orangener Schein der Straßenlaterne,
vielbefahrene Straße, dort der alte Apfelbaum.
All diese Bilder schmecken mir -
ich habe sie ausgekostet im Wandel der Erscheinungen.

Ich haschte,
hasche immer noch nach Wind.
Ich liebe diesen Wind und stehe schief.
Und nehme eine Brise Salz
und streue sie in diesen unbeherrschbaren Wind.